AvD-Niederbayern-Rallye: Zurück in die Top-Ten?

Das anspruchsvolle ARC-Rallyeprogramm von Sepp Gruber, dem Obmann des MSC Kitzbühel, geht weiter: Die Triestingtal-Rallye musste als einzige Veranstaltung ausgelassen werden, aber seit dem zweiten Lauf zur Austrian Rallye Challenge 2009, der Jacques Lemans-Althofen-Kärnten-Rallye, wurden alle Läufe nonstop durchgezogen, und das insgesamt sehr erfolgreich. Zuletzt hat ihn das Glück ein wenig verlassen, aber Sepp Gruber ist seit seiner ARC-Premiere mit dem Ford Sierra Cosworth noch immer ohne Ausfall, und auch die weniger glücklich geendeten Einsätze, die phi oil Mühlviertel-Rallye und der BRK-Rallyesprint, brachten einen nicht zu unterschätzenden Punktegewinn.

Nach 20 Jahren wagte sich Sepp Gruber also erstmals wieder auf die Schotterpiste des BRK-Rallyesprint, und es war auch der erste Einsatz mit dem Ford Sierra Cosworth bei einer Rallye mit überwiegendem Schotteranteil. Als Copilot mit dabei war – erstmals seit einer etwas längeren Unterbrechung – wieder einmal Günter Hain aus Deutschland. Fahrerisch hätte sich Sepp Gruber sehr wohl bestens zurechtgefunden, auch die Fahrer-Beifahrer-Kommunikation klappte wie in alten Zeiten wunderbar, aber auch diesmal hatte die Technik wieder eine Zusatz-Aufgabe auf Lager, die auf Kosten der Wettbewerbsfähigkeit ging: Hatte Sepp Gruber im südlichen Mühlviertel ein Schaden am Bremsmechanismus um einen fast sicheren Podestplatz in der Gruppe H gebracht, so floß beim BRK-Rallyesprint Getriebeöl aus. Damit erschwerte sich vor allem das Schalten in den zweiten Gang, was auch auf dieser schnellen Strecke einen wesentlichen Nachteil mit sich brachte.

Zeitenmäßig sah das dann so aus: Platz 8 in der Gruppe H über zwei Liter Hubraum und Platz 38 Gesamt nach der ersten Prüfung, und das war eindeutig langsamer als normalerweise üblich. Keine nennenswerten Änderungen auch nach der zweiten und dritten Prüfung, eine leichte Änderung nach der Prüfung Vier, wo Sepp Gruber gegenüber Ronald Irschik im Subaru Legacy einen Position gewann und auf den siebenten Platz in seiner Kategorie aufstieg. Und bei dem blieb es letztendlich. Das bedeutete immerhin noch 15,53 Punkte in der ARC-Wertung, Rückfall auf den elften Platz, aber noch in unmittelbarer Tuchfühlung zu Platz Zehn. Damit ist bei zwei noch ausstehenden Saisonläufen noch Einiges möglich.

Einer dieser Saisonläufe der Austrian Rallye Challenge 2009 steht in Kürze an, es ist der derzeit einzige Auslandslauf im Bewerb, allerdings – und das sollte ihn für einige österreichische Rallyefans attraktiv machen – in sehr unmittelbarer Grenznähe: Die AvD-Niederbayern-Rallye, die auch zur Deutschen Rallye Serie zählt, lockt in diesem Jahr auffallend viele Teilnehmer aus Österreich an, unter Anderem dürften auch alle jene Mitbewerber vertreten sein, die in der ARC-Wertung zur Zeit vor Sepp Gruber liegen. Und auch er selber ist mit am Start, ist doch die AvD-Niederbayern-Rallye schlechthin die ARC-Veranstaltung, wo er schon die meiste praktische Erfahrung hat.

Es geht also bei dieser relativ schnellen und spektakulären Asphalt-Rallye sportlich wieder einmal um sehr viel, hinsichtlich der Konkurrenzsituation zeigt sich ein relativ gewohntes Bild: Gegner Nummer Eins (und vermutlich ziemlich unerreichbar) ist auch diesmal wieder Franz Sonnleitner mit dem Mitsubishi Lancer Evo III, spannend könnte es werden gegen Reinhard Mitterauer (Toyota Celica) und Markus Steinbock (Mitsubishi Galant). Eventuelle Chancen haben auch Matthias Lechner und Peter Herbst, der wie Sepp Gruber einen Ford Sierra Cosworth einsetzt.

Copilot wird diesmal Ralf Rollmann sein, der von der Rallye-Szene der Historischen bestens bekannt ist, vor allem von seinen Einsätzen mit Max Lampelmaier. Damit dürfte wohl die Technik der einzige Unsicherheitsfaktor bleiben, denn schon im vergangenen Jahr hatte Sepp Gruber nicht einmal ein mittlerer Abflug an einem Podestplatz in der Gruppe H hindern können. Unter diesen Voraussetzungen bleiben die Erfolgsaussichten hoch – der MSC Kitzbühel darf guter Hoffnung sein, daß sein Bester erneut mit einer fetten (Aus)Beute heimreist.

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